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Whitebox im Test 2026

Wie gut ist Whitebox wirklich?

BaFin-reguliert 72/100 Punkte
kosten.org Redaktion
Zuletzt aktualisiert: 2026-09-10
72/100
Punkte

Whitebox ist ein Freiburger Robo-Advisor, der mit den Strategien Global und Value zwei unterschiedliche Ansätze anbietet – einen passiven Weltportfolio-Ansatz und eine aktiv gesteuerte Value-Strategie. Wir haben Whitebox nach unserer Robo-Advisor-Methodik bewertet, die Gesamtkosten, Anlagestrategie und Nachweisbarkeit misst. Die frühere Depot-Bewertung passte nicht, da Whitebox als Vermögensverwalter keine kundenseitigen Order ausführt.

Die Highlights unseres Whitebox Tests

  • Whitebox erreicht im Test 72/100 Punkte.
  • Die Servicegebühr beginnt bei 0,95 % p.a. für Anlagen unter 30.000 Euro und sinkt gestaffelt bis auf 0,35 % p.a. ab 500.000 Euro (Stand September 2026).
  • Whitebox veröffentlicht die Wertentwicklung je Strategie und Risikostufe seit Auflage, etwa Value Stufe 3 mit 42,18 % bzw. 3,59 % p.a.
  • Der Einstieg in die Global-Strategien ist bereits ab 25 Euro möglich.

1 Kosten

17/32
Punkte
Whitebox berechnet für Anlagen unter 30.000 Euro eine Servicegebühr von 0,95 % p.a. Die Staffel sinkt danach über 0,85 %, 0,75 %, 0,60 % und 0,45 % bis auf 0,35 % p.a. ab einer Anlage von 500.000 Euro. In der Servicegebühr enthalten sind Transaktionskosten, die Vermögensverwaltung sowie Konto- und Depotführung. Eine Performance Fee erhebt Whitebox nicht. Hinzu kommen externe Fondskosten der eingesetzten ETFs, die Whitebox mit durchschnittlich 0,21 bis 0,24 % p.a. angibt. Für ein Depot unter 30.000 Euro ergeben sich damit Gesamtkosten von rund 1,18 % p.a. – der höchste Wert im gesamten Testfeld. Erst bei sechsstelligen Anlagesummen wird Whitebox wettbewerbsfähig. **Punktevergabe (17/32):** Die Servicegebühr von 0,95 % p.a. in der Einstiegsstufe fällt in die Kategorie "≤ 1,00 %" und bringt 4 von 16 Punkten. Die Fondskosten von durchschnittlich rund 0,225 % p.a. liegen in der Stufe "≤ 0,35 %" und ergeben 7 von 10 Punkten. Da Transaktionskosten in der Servicegebühr enthalten sind und keine Performance Fee anfällt, gibt es die vollen 6 Punkte für weitere Kosten.

2 Anlagestrategie

19/25
Punkte
Whitebox bietet zehn Risikostufen an, die sich unter anderem am Aktienanteil des Portfolios orientieren. Dazu kommen zwei Strategiefamilien: Whitebox Global ist passiv gemanagt und weltweit über wirtschaftsstarke Regionen gestreut, Whitebox Value ist eine aktiv gesteuerte Strategie, die gezielt auf unterbewertete Regionen und Sektoren mit langfristigem Wachstumspotenzial setzt und auf der Morningstar-Methodik aufsetzt. Die Portfolios werden im Kundenbereich nach Anlageklasse, Region und Sektor aufgeschlüsselt. Belegbar sind Aktien und Anleihen als tragende Anlageklassen; eine darüber hinausgehende systematische Beimischung weiterer Anlageklassen konnten wir nicht bestätigen. Ein automatisches Rebalancing findet statt, konkrete öffentlich dokumentierte Auslöseregeln haben wir nicht gefunden. **Punktevergabe (19/25):** Für die weltweite Streuung über Aktien und Anleihen vergeben wir 7 von 10 Punkten. Die zehn Risikostufen mit vorgeschalteter Profilierung bringen die vollen 8 Punkte. Beim Rebalancing ist die automatische Umsetzung belegt, dokumentierte Regeln fehlen aber – dafür gibt es 4 von 7 Punkten.

3 Transparenz & Nachweis

13/18
Punkte
Bei der Wertentwicklung gehört Whitebox zu den stärksten Anbietern im Test. Der Anbieter weist die Entwicklung je Strategie und Risikostufe seit Auflage aus: Die Value-Strategie Stufe 3 (defensiv) kommt auf 42,18 % seit Auflage bzw. durchschnittlich 3,59 % p.a., die Value-Stufe 6 auf 94,91 % seit Auflage. In der Kategorie offensiv lag Whitebox im Kalenderjahr 2025 mit 14,56 % an der Spitze des Marktes. Zusätzlich erhalten Kunden quartalsweise einen Vermögensverwaltungsreport. Schwächer ist die Offenlegung vor Vertragsabschluss: Die detaillierte Aufschlüsselung nach Anlageklasse, Region und Sektor sowie der Depotbestand sind vor allem im Kundenbereich und in der App verfügbar. Eine öffentlich zugängliche Liste aller eingesetzten Fonds mit ISIN konnten wir nicht auffinden. Auch die Kosten sind verteilt dokumentiert: Die Gebührenstaffel steht in einer FAQ-Seite, die externen Fondskosten werden separat genannt, eine zusammengeführte Gesamtkostenquote fehlt. **Punktevergabe (13/18):** Die Wertentwicklung je Risikostufe über mehr als drei Jahre bringt die vollen 8 Punkte. Da nur Anlageklassen und Regionen, nicht aber die einzelnen Fonds mit ISIN öffentlich ausgewiesen werden, vergeben wir 3 von 6 Punkten. Weil die Kosten zwar vollständig, aber über mehrere Seiten verteilt dokumentiert sind und keine Gesamtkostenquote auf einen Blick vorliegt, gibt es 2 von 4 Punkten.

4 Zugang & Flexibilität

13/15
Punkte
Der Einstieg unterscheidet sich stark je nach Strategie: Für die Global-Portfolios liegt der Mindestanlagebetrag bei nur 25 Euro, für die Value-Strategie dagegen bei 5.000 Euro. Wir bewerten die niedrigste belegbare Einstiegsvariante, weisen die hohe Hürde für die Value-Strategie aber ausdrücklich aus. Sparpläne starten ebenfalls ab 25 Euro monatlich. Eine Mindestlaufzeit besteht nicht, das Depot ist jederzeit kündbar, und Teilentnahmen sind möglich. Ein frei wählbarer Sparplan-Rhythmus ist nicht dokumentiert. **Punktevergabe (13/15):** Die Mindestanlage von 25 Euro in den Global-Strategien liegt klar unter 500 Euro und bringt die vollen 6 Punkte. Der Sparplan ab 25 Euro erfüllt die Mindestrate, ein frei wählbarer Rhythmus ist nicht belegbar – dafür gibt es 3 von 5 Punkten. Die jederzeitige kostenlose Kündigung mit Teilentnahmen ergibt die vollen 4 Punkte.

5 Sicherheit & Service

10/10
Punkte
Die Konto- und Depotführung übernimmt die von der BaFin lizenzierte flatex Bank AG mit Sitz in Frankfurt am Main. Whitebox selbst betreibt die Vermögensverwaltung unter deutscher Aufsicht. Damit ist die höchste Stufe unseres Sicherheitskriteriums erfüllt: deutsche Depotbank plus deutsche Erlaubnis. Eine App ist sowohl im Apple App Store als auch bei Google Play verfügbar und zeigt Portfolioaufteilung, Depotbestand, eine tabellarische Wertentwicklungsliste und die grafische Vermögensentwicklung; ein Webportal besteht parallel. Der Kundenservice ist telefonisch unter einer Freiburger Nummer sowie per E-Mail und Chat auf Deutsch erreichbar. **Punktevergabe (10/10):** Deutsche Depotbank (flatex Bank AG, Frankfurt) und deutsche Aufsicht ergeben die vollen 5 Punkte. App für iOS und Android plus Webportal bringen die vollen 3 Punkte. Die telefonische Beratung auf Deutsch ergibt die vollen 2 Punkte.

Vorteile & Nachteile im Überblick

Vorteile

  • Wertentwicklung je Strategie und Risikostufe seit Auflage öffentlich ausgewiesen
  • Zehn Risikostufen und zwei unterschiedliche Strategieansätze (Global und Value)
  • Einstieg in die Global-Strategien bereits ab 25 Euro
  • Transaktionskosten sind in der Servicegebühr enthalten, keine Performance Fee
  • Deutsche Depotbank flatex Bank AG, App für iOS und Android, telefonischer Service

Nachteile

  • Mit rund 1,18 % p.a. Gesamtkosten unter 30.000 Euro der teuerste Anbieter im Testfeld
  • Die Value-Strategie verlangt eine Mindestanlage von 5.000 Euro
  • Keine zusammengeführte Gesamtkostenquote, Kosten über mehrere Seiten verteilt
  • Keine öffentliche Fondsliste mit ISIN vor Vertragsabschluss
  • Keine öffentlich dokumentierten Rebalancing-Regeln

Fazit: Whitebox im Test

72/100
Gut (2,4)

Whitebox erreicht 72 von 100 Punkten und liefert die beste Nachweisführung zur Wertentwicklung im Test, bezahlt das aber mit den höchsten Gesamtkosten für kleine und mittlere Depots. Wer unter 30.000 Euro anlegt, zahlt bei quirion oder bevestor bei vergleichbarer Qualität deutlich weniger. Interessant wird Whitebox für größere Vermögen, bei denen die Gebührenstaffel greift, sowie für Anleger, die den Value-Ansatz gezielt suchen.

Wie sind deine Erfahrungen mit Whitebox? Lass gerne andere Leser an deiner Erfahrung teilhaben.

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