Ginmon Logo

Ginmon im Test 2026

Wie gut ist Ginmon wirklich?

BaFin-reguliert 79/100 Punkte
kosten.org Redaktion
Zuletzt aktualisiert: 2026-09-10
79/100
Punkte

Ginmon ist ein Frankfurter Robo-Advisor mit eigener BaFin-Vermögensverwalterlizenz, der seit Dezember 2015 faktorbasierte ETF-Portfolios verwaltet. Wir haben Ginmon nach unserer Robo-Advisor-Methodik bewertet, die Gesamtkosten, Anlagestrategie und Nachweisbarkeit prüft. Die zuvor angewendete Depot-Methodik passte nicht, da Ginmon keine kundenseitigen Order ausführt und keine Ordergebühren berechnet.

Die Highlights unseres Ginmon Tests

  • Ginmon erreicht im Test 79/100 Punkte.
  • Die Servicegebühr beträgt 0,75 % p.a. und sinkt erst ab 1 Million Euro auf 0,60 % p.a. (Stand September 2026).
  • Alle Portfolios weisen seit Auflage im Dezember 2015 eine positive Performance zwischen 8,59 % und 50,86 % aus.
  • Die 2019 abgeschaffte Performance Fee wird nicht mehr erhoben, es gibt keine Order- oder Ausgabeaufschläge.

1 Kosten

21/32
Punkte
Ginmon berechnet eine Servicegebühr von 0,75 % p.a. exklusive ETF-Kosten. Eine Reduzierung auf 0,60 % p.a. greift erst ab einer Anlagesumme von 1 Million Euro und ist damit für Privatanleger praktisch ohne Bedeutung. Die Servicegebühr deckt Depotführung und sämtliche Transaktionen ab. Hinzu kommen durchschnittlich 0,21 % p.a. Fondskosten der eingesetzten ETFs. Damit liegen die Gesamtkosten bei rund 0,96 % p.a. – das ist im Testfeld ein hoher Wert, der deutlich über quirion (rund 0,65 %) und bevestor (rund 0,79 %) liegt. Positiv ist, dass Ginmon die 2019 noch erhobene erfolgsabhängige Performance Fee abgeschafft hat und weder Ausgabeaufschläge noch Ordergebühren berechnet. **Punktevergabe (21/32):** Die Servicegebühr von 0,75 % p.a. fällt in die Kategorie "≤ 0,80 %" und bringt 8 von 16 Punkten. Die Fondskosten von 0,21 % p.a. liegen knapp über der 0,20-Prozent-Schwelle und ergeben nach der Stufe "≤ 0,35 %" 7 von 10 Punkten. Da keine Transaktionskosten und keine Performance Fee mehr anfallen, gibt es die vollen 6 Punkte für weitere Kosten.

2 Anlagestrategie

19/25
Punkte
Ginmon strukturiert seine Portfolios in zehn Risikoklassen mit systematisch steigendem Aktienanteil. Neben den klassischen apeiron-Strategien gibt es ESG-konforme Varianten sowie TopZins-Produkte als Geldmarkt-Alternative. Je Portfolio kommen bis zu 14 ETF-Positionen zum Einsatz, über die in rund 12.000 Unternehmen aus 103 Ländern investiert wird. Der Ansatz folgt der Faktorforschung von Fama und French und steuert gezielt Faktorprämien. Die Zuordnung zur passenden Risikoklasse erfolgt über einen Anlagefragebogen. Ein automatisches, antizyklisches Rebalancing hält die Zielallokation ein. Öffentlich dokumentierte Auslöseregeln – etwa konkrete Abweichungsschwellen oder feste Termine – konnten wir jedoch nicht finden. **Punktevergabe (19/25):** Das Anlageuniversum ist weltweit breit gestreut, umfasst nach den belegbaren Angaben aber im Kern Aktien und Anleihen – das ergibt 7 von 10 Punkten. Die zehn Risikoklassen mit vorgeschaltetem Fragebogen bringen die vollen 8 Punkte. Beim Rebalancing ist die automatische Umsetzung belegt, die konkreten Regeln sind aber nicht öffentlich dokumentiert; wir vergeben deshalb 4 von 7 Punkten.

3 Transparenz & Nachweis

18/18
Punkte
Ginmon weist die Wertentwicklung seiner ETF-Portfolios seit Auflage des Robo-Advisors im Dezember 2015 aus. Über alle Portfolios hinweg liegt die Performance im Bereich von 8,59 % bis 50,86 % seit Auflage, für die faktorbasierten Strategien nennt der Anbieter seit Anfang 2016 eine durchschnittliche Wertentwicklung von bis zu 8,66 % p.a. Damit liegt ein Track Record je Risikoklasse über deutlich mehr als drei Jahre vor. Die einzelnen Anlagestrategien haben eigene Produktseiten, auf denen die Portfoliozusammensetzung dargestellt wird, sodass sich Interessenten vor Vertragsabschluss ein Bild machen können. Die Gebührenseite führt Servicegebühr und durchschnittliche Fondskosten gemeinsam auf. **Punktevergabe (18/18):** Die veröffentlichte Wertentwicklung je Risikoklasse über mehr als drei Jahre bringt die vollen 8 Punkte. Für die öffentlich einsehbare Portfoliozusammensetzung auf den Strategieseiten vergeben wir die vollen 6 Punkte. Da Servicegebühr und Produktkosten gemeinsam ausgewiesen werden, gibt es auch hier die vollen 4 Punkte.

4 Zugang & Flexibilität

11/15
Punkte
Die Angaben zur Mindestanlage sind bei Ginmon uneinheitlich. Belegbar ist ein Mindestanlagebetrag von 1.000 Euro in Kombination mit einem Sparplan; für eine reine Einmalanlage ohne Sparplan werden 5.000 Euro genannt. Wir bewerten die niedrigste belegbare Einstiegsvariante, weisen die höhere Schwelle für Einmalanleger aber ausdrücklich aus. Sparpläne sind ab 50 Euro monatlich möglich. Eine Mindestlaufzeit besteht nicht, das Depot kann jederzeit gekündigt werden, und Teilentnahmen sind möglich. Einen frei wählbaren Sparplan-Rhythmus konnten wir nicht belegen. **Punktevergabe (11/15):** Die belegbare Mindestanlage von 1.000 Euro fällt in die Stufe "≤ 1.000 €" und bringt 4 von 6 Punkten; für reine Einmalanleger ist die Hürde mit 5.000 Euro deutlich höher. Der Sparplan ab 50 Euro erfüllt die Mindestrate, ein frei wählbarer Rhythmus ist nicht dokumentiert – dafür gibt es 3 von 5 Punkten. Die jederzeitige kostenlose Kündigung mit Teilentnahmen ergibt die vollen 4 Punkte.

5 Sicherheit & Service

10/10
Punkte
Ginmon hat eine eigene BaFin-Lizenz als Vermögensverwalter erhalten und arbeitet damit nicht mehr über ein Haftungsdach. Die Depotführung erfolgt über deutsche Partner – für Bestandskonten über die DAB BNP Paribas, für neuere Produkte über Upvest. Die Kundenwertpapiere sind Sondervermögen und im Insolvenzfall geschützt. Eine Ginmon-App gibt Einblick in Depotstand und Performance, zeigt einen Newsfeed mit Kontoaktivitäten und erlaubt Ein- und Auszahlungen sowie die Änderung der Sparrate; ein Webportal steht ebenfalls zur Verfügung. Der Kundenservice ist montags bis freitags bis 19 Uhr telefonisch unter einer Frankfurter Nummer und per E-Mail auf Deutsch erreichbar. **Punktevergabe (10/10):** Eigene BaFin-Vermögensverwalterlizenz und deutsche Depotführung ergeben die vollen 5 Punkte. App plus Webportal bringen die vollen 3 Punkte. Die telefonische Beratung auf Deutsch mit langen Servicezeiten ergibt die vollen 2 Punkte.

Vorteile & Nachteile im Überblick

Vorteile

  • Zehn Risikoklassen mit faktorbasiertem Ansatz und bis zu 14 ETF-Positionen je Portfolio
  • Track Record aller Portfolios seit Dezember 2015 öffentlich ausgewiesen
  • Eigene BaFin-Vermögensverwalterlizenz statt Anbindung an ein Haftungsdach
  • Keine Performance Fee, keine Ausgabeaufschläge, keine Ordergebühren
  • Telefonischer Kundenservice bis 19 Uhr, App und Webportal verfügbar

Nachteile

  • Servicegebühr von 0,75 % p.a. gehört zu den höheren Werten im Testfeld
  • Gebührenreduzierung greift erst ab 1 Million Euro Anlagesumme
  • Einmalanleger ohne Sparplan brauchen laut Anbieterangaben 5.000 Euro Startkapital
  • Widersprüchliche öffentliche Angaben zur Mindestanlagesumme
  • Keine öffentlich dokumentierten Rebalancing-Regeln mit Abweichungsschwellen

Fazit: Ginmon im Test

79/100
Gut (2,0)

Ginmon erreicht 79 von 100 Punkten und überzeugt vor allem bei Transparenz, Regulierung und Anlagekonzept, verliert aber deutlich bei den Kosten. Mit rund 0,96 % Gesamtkosten pro Jahr ist der Anbieter rund die Hälfte teurer als quirion, ohne dafür ein breiteres Anlageuniversum zu bieten. Geeignet ist Ginmon für Anleger, die den Faktoransatz gezielt wollen und die Mehrkosten dafür bewusst in Kauf nehmen.

Wie sind deine Erfahrungen mit Ginmon? Lass gerne andere Leser an deiner Erfahrung teilhaben.

Zu den Ginmon Erfahrungen
Zu Ginmon