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froots im Test 2026

Wie gut ist froots wirklich?

59/100 Punkte
kosten.org Redaktion
Zuletzt aktualisiert: 2026-09-10
59/100
Punkte

froots ist eine 2020 in Wien gegründete digitale Vermögensverwaltung, die individuell zugeschnittene ETF-Portfolios für Privatanleger verwaltet und der österreichischen Finanzmarktaufsicht FMA untersteht. Wir haben froots nach unserer Robo-Advisor-Methodik bewertet. Die zuvor angewendete Depot-Methodik passte nicht, da froots die Anlageentscheidungen selbst trifft und keine kundenseitigen Order oder Ordergebühren kennt.

Die Highlights unseres froots Tests

  • froots erreicht im Test 59/100 Punkte.
  • Die All-in-Gebühr beträgt 1,00 % p.a. bis 150.000 Euro und sinkt mit zunehmender Anlagedauer, ab Jahr 6 auf 0,95 % p.a. (Stand September 2026).
  • Die ETF-Produktkosten von 0,13 bis 0,19 % p.a. sind nicht in der All-in-Gebühr enthalten und fallen zusätzlich an.
  • Eine öffentlich zugängliche Wertentwicklung je Risikostufe konnten wir nicht finden – dieses Kriterium wird mit 0 Punkten bewertet.

1 Kosten

20/32
Punkte
froots wirbt mit einer einzigen All-in-Gebühr, die Portfolioverwaltung, Transaktionen, Depotführung und persönlichen Service abdeckt. Sie beträgt 1,00 % p.a. für Anlagesummen bis 150.000 Euro und wird quartalsweise abgerechnet. Mit zunehmender Anlagedauer sinkt der Satz: In den Jahren 6 bis 10 auf 0,95 % p.a., ab Jahr 10 weiter. Für 18- bis 26-Jährige sind die ersten 10.000 Euro Anlagevolumen gebührenfrei. Entgegen dem Begriff All-in sind die Produktkosten der ETFs nicht enthalten: Sie liegen zwischen 0,13 und 0,19 % p.a. und werden zusätzlich belastet. Die Gesamtkosten summieren sich damit auf rund 1,16 % p.a. – nach Whitebox der zweithöchste Wert im Testfeld. Positiv ist immerhin, dass keine gesonderten Transaktionskosten und keine erfolgsabhängige Performance Fee anfallen. **Punktevergabe (20/32):** Die Servicegebühr von 1,00 % p.a. liegt gerade noch in der Kategorie "≤ 1,00 %" und bringt 4 von 16 Punkten. Die ETF-Kosten von 0,13 bis 0,19 % p.a. liegen unter 0,20 % und ergeben die vollen 10 Punkte. Da keine Transaktionskosten und keine Performance Fee anfallen, gibt es die vollen 6 Punkte für weitere Kosten.

2 Anlagestrategie

19/25
Punkte
froots diversifiziert weltweit über Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Geldmarktinstrumente und deckt damit mehrere Anlageklassen ab. Der Ansatz ist bewertungsgetrieben und aktiv: Das Portfolio wird laufend anhand von Bewertungen, Risiken und dem persönlichen Anlagehorizont angepasst. Konservative Portfolios gewichten Anleihen und Geldmarkt stärker, offensive Portfolios setzen den Schwerpunkt auf Aktien und Wachstumsmärkte. Anders als die meisten Wettbewerber arbeitet froots nicht mit einer festen Zahl klar benannter Risikostufen, sondern erstellt ein individuelles Portfolio entlang von Risikobereitschaft und gewünschter Anlagedauer. Eine öffentlich ausgewiesene Stufenlogik mit mindestens fünf definierten Risikoklassen konnten wir nicht belegen. Ein regelmäßiges Rebalancing findet statt – steigt etwa der Aktienanteil durch Kursgewinne zu stark, wird automatisch zurückgeführt –, dokumentierte Schwellenwerte sind aber nicht veröffentlicht. **Punktevergabe (19/25):** Die weltweite Streuung über Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Geldmarkt erfüllt die höchste Stufe und bringt die vollen 10 Punkte. Da keine öffentlich ausgewiesene Stufenlogik mit mindestens fünf Risikoklassen belegbar ist, sondern nur eine individuelle Zuschneidung entlang von Risiko und Horizont, vergeben wir bei der Risikoprofilierung 5 von 8 Punkten. Für das automatische Rebalancing ohne dokumentierte Auslöseregeln gibt es 4 von 7 Punkten.

3 Transparenz & Nachweis

5/18
Punkte
Hier fällt froots im Test deutlich ab. Der Anbieter stellt auf seiner Website mehrere Rechner bereit – einen ETF-Sparplanrechner, einen Sparplan-Rechner und einen Rendite-Rechner. Diese arbeiten mit Modellannahmen und zeigen prognostizierte Verläufe. Eine veröffentlichte, realisierte Wertentwicklung je Risikostufe über mindestens drei Jahre nach Kosten konnten wir dagegen nicht auffinden. Nach unserer Methodik ist dieses Kriterium damit nicht erfüllt und wird mit 0 Punkten bewertet. Auch die Portfoliooffenlegung bleibt allgemein: froots benennt die Anlageklassen, in die investiert wird, eine Liste der konkret eingesetzten Fonds mit ISIN ist vor Vertragsabschluss nicht öffentlich einsehbar. Bei den Kosten wird die All-in-Gebühr prominent kommuniziert, während die zusätzlich anfallenden ETF-Produktkosten erst in den FAQ auftauchen – die Gesamtkostenquote ist damit nicht auf einen Blick ersichtlich. **Punktevergabe (5/18):** Da keine veröffentlichte realisierte Wertentwicklung je Risikostufe über drei Jahre nach Kosten auffindbar ist, vergeben wir 0 von 8 Punkten. Für die Offenlegung auf Ebene der Anlageklassen ohne Fondsliste mit ISIN gibt es 3 von 6 Punkten. Weil die Kosten zwar vollständig, aber verteilt dokumentiert sind – All-in-Gebühr prominent, ETF-Kosten separat in den FAQ –, vergeben wir 2 von 4 Punkten.

4 Zugang & Flexibilität

7/15
Punkte
Der Einstieg bei froots ist vergleichsweise hochschwellig: Die Mindestanlage beträgt 1.500 Euro. Alternativ ist ein Sparplan möglich, für den je nach Quelle 75 Euro bzw. 150 Euro monatlich als Mindestrate genannt werden – in beiden Fällen deutlich über den 25 bis 50 Euro, die bei den deutschen Wettbewerbern üblich sind. Zu Kündigungsfristen, Mindesthaltedauern und den Modalitäten von Teilentnahmen veröffentlicht froots keine belastbaren Angaben, die wir nachprüfen konnten. Nach unserer Regel vergeben wir in einem solchen Fall die Punktzahl der schlechtesten belegbaren Stufe und weisen die Lücke offen aus. **Punktevergabe (7/15):** Die Mindestanlage von 1.500 Euro fällt in die Stufe "≤ 5.000 €" und bringt 2 von 6 Punkten. Der Sparplan hat mit mindestens 75 Euro eine höhere Mindestrate als von der Methodik gefordert – dafür gibt es 3 von 5 Punkten. Da wir keine Angaben zu Kündigungsfristen und Teilentnahmen belegen konnten, vergeben wir bei Entnahme und Kündigung nur 2 von 4 Punkten.

5 Sicherheit & Service

8/10
Punkte
froots wird von der österreichischen Finanzmarktaufsicht FMA reguliert und ist damit ein EU-beaufsichtigter Anbieter, der über den europäischen Pass tätig wird – nicht über eine deutsche BaFin-Erlaubnis. Das Kapital wird bei der Schelhammer Capital Bank verwahrt, einer österreichischen Traditionsbank. Als inländischer Anbieter führt froots die österreichische Kapitalertragsteuer von 27,5 Prozent automatisch ab, was für deutsche Anleger steuerlich zusätzlichen Aufwand bedeuten kann. Eine App ist sowohl im Apple App Store als auch bei Google Play verfügbar, ergänzt um einen Webzugang. Beim Service hebt sich froots positiv ab: Kunden können sich jederzeit an persönliche Anlageexperten wenden, die Beratung erfolgt auf Deutsch. **Punktevergabe (8/10):** Da die Aufsicht bei der österreichischen FMA liegt und die Depotbank ihren Sitz in Österreich hat, ist die Stufe "deutsche Depotbank und BaFin-Erlaubnis" nicht erfüllt; für die EU-Aufsicht mit Passporting vergeben wir 3 von 5 Punkten. App für iOS und Android plus Webzugang bringen die vollen 3 Punkte. Die persönliche Beratung auf Deutsch ergibt die vollen 2 Punkte.

Vorteile & Nachteile im Überblick

Vorteile

  • Breites Anlageuniversum mit Aktien, Anleihen, Rohstoffen und Geldmarkt
  • Niedrige ETF-Produktkosten von 0,13 bis 0,19 % p.a.
  • Persönliche Anlageexperten als Ansprechpartner, App für iOS und Android
  • Gebührensatz sinkt mit zunehmender Anlagedauer, ab Jahr 6 auf 0,95 % p.a.
  • Für 18- bis 26-Jährige sind die ersten 10.000 Euro Anlagevolumen gebührenfrei

Nachteile

  • Keine veröffentlichte realisierte Wertentwicklung je Risikostufe – Kriterium mit 0 Punkten bewertet
  • All-in-Gebühr von 1,00 % p.a. schließt die ETF-Produktkosten entgegen der Bezeichnung nicht ein
  • Hohe Einstiegshürde: 1.500 Euro Mindestanlage oder mindestens 75 Euro Sparrate
  • Keine BaFin-Erlaubnis, sondern österreichische FMA-Aufsicht und österreichische Depotbank
  • Keine belegbaren Angaben zu Kündigungsfristen und Teilentnahmen

Fazit: froots im Test

59/100
Befriedigend (3,0)

froots erreicht 59 von 100 Punkten und ist damit der schwächste Anbieter im Testfeld. Anlagekonzept und persönliche Betreuung sind durchaus stark, doch die fehlende Veröffentlichung realisierter Renditen, die hohe Einstiegshürde und Gesamtkosten von rund 1,16 % p.a. wiegen schwer. Für deutsche Anleger kommt hinzu, dass Aufsicht und Depotbank in Österreich sitzen – wer eine nachprüfbare Erfolgsbilanz und deutsche Regulierung erwartet, ist bei quirion oder bevestor besser aufgehoben.

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