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Finst im Test 2026

Wie gut ist Finst wirklich?

84/100 Punkte
kosten.org Redaktion
Zuletzt aktualisiert: 2026-09-10
84/100
Punkte

Echte Kundenerfahrungen fließen in unsere Bewertung ein

Finst ist eine niederländische Krypto-Börse, die von ehemaligen Mitarbeitern des Brokers DEGIRO gegründet wurde und über eine MiCA-Lizenz der niederländischen Aufsicht AFM verfügt. Wir haben Finst nach unserer Krypto-Methodik geprüft: Handelskosten, Sicherheit und Regulierung, Angebot, Plattform sowie Steuern und Reporting. Finst handelt ausschließlich Kryptowerte, eine Bewertung nach der Depot-Methodik käme hier nicht in Frage.

Die Highlights unseres Finst Tests

  • Finst erreicht im Test 84 von 100 Punkten.
  • Handelsgebühr pauschal 0,15 Prozent ohne zusätzlichen Spread – der günstigste Tarif im Testfeld.
  • Alle Ein- und Auszahlungen in Euro sind kostenlos, auch Krypto-Abhebungen berechnet Finst nicht.
  • MiCA-Lizenz der AFM; die Verwahrung läuft über den institutionellen Anbieter Fireblocks, Euro-Guthaben liegen getrennt bei der bunq Bank.

1 Handelskosten

30/30
Punkte
Finst rechnet mit einer pauschalen Handelsgebühr von 0,15 Prozent ab, unabhängig von Volumen oder Ordertyp (Stand 09/2026). Es gibt keine Staffel, die man erst erreichen muss, und keine getrennten Maker- und Taker-Sätze. Damit ist Finst der günstigste Anbieter in diesem Testfeld. Ebenso ungewöhnlich: Finst erhebt nach eigenen Angaben keinen zusätzlichen Spread-Aufschlag auf den Marktpreis; die 0,15 Prozent sind der vollständige Handelskostenblock. Bei den Zahlungswegen sind sämtliche Ein- und Auszahlungen in Euro kostenlos, zusätzlich verzichtet Finst auf Gebühren für das Abheben von Kryptowerten auf eine externe Wallet – ein Punkt, an dem viele Wettbewerber kassieren. **Punktevergabe (30/30):** Die Handelsgebühr von 0,15 Prozent erreicht die oberste Stufe und ergibt die vollen 15 Punkte. Weil Finst offenlegt, dass kein zusätzlicher Spread aufgeschlagen wird, gibt es die vollen 8 Punkte. Kostenlose SEPA-Ein- und -Auszahlungen ergeben die vollen 7 Punkte.

2 Sicherheit & Regulierung

20/28
Punkte
Finst ist bei der niederländischen AFM registriert und verfügt über eine vollständige MiCA-Lizenz, mit der die Dienstleistungen EU-weit angeboten werden dürfen; zusätzlich ist das Unternehmen bei der niederländischen Zentralbank als Krypto-Dienstleister geführt. Der Regulierungsstand für den deutschen Markt ist damit belegt. Die Verwahrung der Kryptowerte übernimmt Fireblocks, ein institutioneller Custody-Anbieter mit Multi-Party-Computation-Technik und einer Versicherung über 30 Millionen US-Dollar. Euro-Guthaben liegen auf einem separaten Konto bei der bunq Bank, einer niederländischen Vollbank, und fallen dort unter die EU-Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Einen veröffentlichten Deckungsnachweis in Form eines Proof-of-Reserves legt Finst allerdings nicht vor, und die MPC-Architektur ist nicht mit einer überwiegend kalten Verwahrung gleichzusetzen. Auf Kontoebene ist Zwei-Faktor-Authentifizierung belegt; eine Whitelist für Auszahlungsadressen oder konfigurierbare Auszahlungssperren konnten wir nicht nachweisen. **Punktevergabe (20/28):** Die MiCA-Lizenz ergibt die vollen 12 Punkte. Für die Verwahrung vergeben wir 5 von 10 Punkten, weil zwar eine getrennte, versicherte Verwahrung benannt, aber kein Nachweis veröffentlicht wird. Bei der Kontosicherheit gibt es 3 von 6 Punkten: Zwei-Faktor-Authentifizierung ist belegt, weitere Schutzfunktionen sind es nicht.

3 Angebot

18/18
Punkte
Finst listet über 340 Kryptowährungen. Als niederländischer Euro-Handelsplatz werden diese direkt gegen Euro gehandelt, ein Zwischenschritt über Dollar-Stablecoins ist nicht nötig – was nicht nur Gebühren spart, sondern auch die steuerliche Erfassung vereinfacht. Bei den Zusatzprodukten deckt Finst beide von uns geprüften Bereiche ab. Über die Funktion Auto Invest lassen sich Sparpläne auf einzelne Kryptowährungen oder auf vorkonfigurierte Bündel einrichten. Staking wird für ausgewählte Werte angeboten, die Rewards werden wöchentlich gutgeschrieben und automatisch reinvestiert. **Punktevergabe (18/18):** Über 340 handelbare Kryptowerte ergeben die vollen 8 Punkte. Der durchgängige Euro-Handel bringt die vollen 5 Punkte. Auto Invest und Staking zusammen ergeben die vollen 5 Punkte.

4 Plattform & Bedienung

8/14
Punkte
Finst bietet eine deutschsprachige Oberfläche, deutschsprachigen Kundenservice und Apps für iOS und Android; die Navigation ist sowohl im Desktop-Browser als auch in der App auf Übersichtlichkeit ausgelegt. Bei Trustpilot kommt Finst auf 4,1 von 5 Punkten bei 15.639 Bewertungen, im deutschen App Store liegt die Bewertung bei 2,8 von 5, allerdings auf Basis von nur 10 Rezensionen. Bei den Ordertypen ist Finst deutlich schmaler aufgestellt als die Wettbewerber: Unterstützt werden Market-, Limit- und Stop-Loss-Order. Stop-Limit-, Trailing- oder OCO-Order fehlen, was auch Nutzer in Erfahrungsberichten als Einschränkung nennen. Eine öffentliche Statusseite mit Echtzeit- und Verlaufsdaten zur Systemverfügbarkeit konnten wir für Finst nicht finden – ohne einen solchen Nachweis vergeben wir hier keine Punkte. **Punktevergabe (8/14):** Deutschsprachige Oberfläche plus Apps für iOS und Android ergeben die vollen 6 Punkte. Für die Ordertypen gibt es 2 von 4 Punkten, weil über Market und Limit hinaus nur Stop-Loss verfügbar ist und die von der Methodik geforderte Stop-Limit-Order fehlt. Für die Verfügbarkeit vergeben wir 0 von 4 Punkten, da keine Statusseite auffindbar ist.

5 Steuern & Reporting

8/10
Punkte
Finst stellt seinen Nutzern einen kostenlosen Steuerreport bereit – neben der gebührenfreien Krypto-Abhebung eine der ausdrücklich beworbenen Besonderheiten des Anbieters. Das ist im Testfeld die Ausnahme: Coinbase, Kraken und Bitvavo verweisen für die Steuererklärung ausschließlich auf externe Werkzeuge. Beim Datenexport ist Finst dagegen einfacher gestrickt. Die Transaktionshistorie lässt sich unter Activity und Transactions als CSV-Datei herunterladen und in Steuertools wie CoinTracking einlesen. Eine öffentlich dokumentierte Handels- oder Konto-API, über die Steuertools die Daten automatisiert abholen könnten, konnten wir nicht belegen; die gängigen Werkzeuge binden Finst über den CSV-Weg an. **Punktevergabe (8/10):** Der kostenlose Steuerreport ergibt die vollen 6 Punkte. Beim Export vergeben wir 2 von 4 Punkten, weil nur der CSV-Weg belegbar ist und keine API nachgewiesen werden konnte.

Vorteile & Nachteile im Überblick

Vorteile

  • Günstigster Tarif im Testfeld: pauschal 0,15 Prozent Handelsgebühr ohne zusätzlichen Spread
  • Alle Ein- und Auszahlungen in Euro kostenlos, auch Krypto-Abhebungen ohne Gebühr
  • Kostenloser Steuerreport – im Testfeld die Ausnahme
  • MiCA-Lizenz der AFM, Verwahrung über Fireblocks mit 30 Millionen US-Dollar Versicherung, Euro-Guthaben getrennt bei der bunq Bank
  • Über 340 Kryptowerte direkt in Euro, Sparplanfunktion Auto Invest und Staking mit wöchentlicher Gutschrift

Nachteile

  • Nur Market-, Limit- und Stop-Loss-Order; Stop-Limit, Trailing- und OCO-Order fehlen
  • Keine auffindbare Statusseite zur Systemverfügbarkeit
  • Kein veröffentlichter Proof-of-Reserves; die Deckung der Bestände ist für Nutzer nicht überprüfbar
  • Adress-Whitelisting und Auszahlungssperren nicht belegbar
  • Keine dokumentierte API für den automatisierten Transaktionsexport

Fazit: Finst im Test

84/100
Sehr Gut (1,8)

Finst kommt auf 84 von 100 Punkten und ist bei den Kosten der klare Sieger: 0,15 Prozent pauschal, keine Spreads, keine Zahlungsgebühren und ein kostenloser Steuerreport. Punkte verliert der Anbieter dort, wo Transparenz und Tiefe gefragt sind – fehlender Deckungsnachweis, schmale Orderpalette, keine Statusseite. Finst passt für kostenbewusste Langfristanleger mit Sparplan, nicht für aktive Trader mit Anspruch an Ordertypen und Nachweise.

Wie sind deine Erfahrungen mit Finst? Lass gerne andere Leser an deiner Erfahrung teilhaben.

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