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Fidelity im Test 2026

Wie gut ist Fidelity wirklich?

BaFin-reguliert 49/100 Punkte
kosten.org Redaktion
Zuletzt aktualisiert: 2026-09-10
49/100
Punkte

Fidelity bietet Privatanlegenden in Deutschland mit dem FondsdepotPlus ein echtes Wertpapierdepot an, das bei der FIL Fondsbank GmbH (FFB) in Kronberg im Taunus geführt wird – einem CRR-Kreditinstitut unter deutscher Aufsicht. Anders als bei einer reinen Fondsplattform eröffnen Kundinnen und Kunden das Depot direkt online, erteilen ihre Kauf- und Verkaufsaufträge selbst und erhalten ein eigenes Abwicklungskonto. Wir haben den Anbieter deshalb nach der Depot-Methodik bewertet: Depotführung, Handelskosten, Sparplanangebot, Produktangebot, Zinsen und Extras, Benutzerfreundlichkeit sowie Kundenservice und Sicherheit.

Die Highlights unseres Fidelity Tests

  • Fidelity erreicht im Test 49 von 100 Punkten.
  • Online-Orders kosten einheitlich 2 Euro, Sparpläne und Auszahlpläne sind komplett kostenfrei.
  • Die Depotführung ist erst ab 20.000 Euro durchschnittlichem Depotvolumen kostenlos, darunter fallen 0,25 Prozent pro Jahr an (mindestens 25, höchstens 45 Euro).
  • Das Depot ist ein reines Fonds- und ETF-Depot: Einzelaktien, Einzelanleihen, Derivate und Krypto sind nicht handelbar.

1 Depotführungsgebühr

15/20
Punkte
Fidelity nennt die Konditionen für das FondsdepotPlus auf der eigenen Seite eindeutig: Die Depotführung ist kostenfrei ab einem durchschnittlichen Depotvolumen von 20.000 Euro im Kalenderjahr. Wer darunter bleibt, zahlt 0,25 Prozent vom durchschnittlichen Depotwert pro Jahr, mindestens 25 und höchstens 45 Euro pro angefangenem Kalenderjahr (Stand 09/2026). Für Einsteiger mit kleinen Beständen ist das eine spürbare Hürde: Bei 5.000 Euro Depotwert liegt die Mindestgebühr von 25 Euro bei einem halben Prozent des Vermögens. Ein separates Girokonto bei einer anderen Bank ist nicht erforderlich. Zum FondsdepotPlus gehört ein Abwicklungskonto, über das Käufe, Verkäufe und Umschichtungen laufen; die Kontoführung weist Fidelity ausdrücklich als kostenfrei aus. Ein Verwahrentgelt auf Guthaben wird derzeit mit 0,00 Prozent pro Jahr angegeben. **Punktevergabe (15/20):** Weil die Gebührenfreiheit an die Bedingung von 20.000 Euro durchschnittlichem Depotvolumen geknüpft ist, vergeben wir 10 von 15 Punkten statt der vollen Punktzahl. Dass kein zusätzliches Girokonto nötig ist und das Abwicklungskonto kostenfrei geführt wird, ergibt die vollen 5 Punkte.

2 Handelskosten

17/25
Punkte
Fidelity arbeitet mit einer bewusst einfachen Preisliste: Jeder Kauf und jeder Verkauf online kostet einheitlich 2 Euro, unabhängig vom Ordervolumen. Wer telefonisch, per Fax oder per Post ordert, zahlt 8 Euro. Auf den Ausgabeaufschlag gewährt der Anbieter bei den meisten Fonds 100 Prozent Rabatt; ausgenommen sind Fonds und ETFs mit abweichender Kostenregelung. Eine 500-Euro-Einmalanlage kostet damit online genau 2 Euro. Spar- und Auszahlpläne sind laut Preisübersicht kostenfrei. Die eigene FAQ bestätigt das für ETFs ausdrücklich: Wird der ETF-Sparplan online eingerichtet und ausgeführt, fallen keine Transaktionskosten an; nur offline eingereichte Aufträge kosten 8 Euro. Eine 400-Euro-Sparplanrate kostet also nichts. Eine Schwachstelle ist der Handelsweg. Fidelity beschreibt Käufe und Verkäufe durchgehend als Auftrag über die Online-Depotverwaltung mit Abwicklung über die Fondsgesellschaft beziehungsweise die Depotbank. Einen Börsenhandelsplatz nennt der Anbieter für das FondsdepotPlus an keiner Stelle – weder Xetra noch eine andere Börse. Dass ein ETF gezielt über Xetra geordert werden kann, ist auf der Anbieterseite nicht belegbar. **Punktevergabe (17/25):** Der kostenfreie 400-Euro-ETF-Sparplan ergibt die vollen 12 Punkte. Für die 500-Euro-Einmalanlage zu 2 Euro vergeben wir 5 von 10 Punkten (Stufe bis 3 Euro). Für die Xetra-Order gibt es 0 von 3 Punkten, weil Fidelity keinen Börsenhandelsplatz für das Depot ausweist; diese Bewertung beruht auf fehlenden öffentlichen Angaben, nicht auf einem nachgewiesenen Ausschluss.

3 Sparplanangebot

7/20
Punkte
Der Fondssparplan ist eines der Kernprodukte. Er ist ab 25 Euro pro Fonds und Monat möglich, die Intervalle sind monatlich, vierteljährlich oder halbjährlich, der Einzug erfolgt zum 1. oder 15. des Monats. Änderungen, Pausen und Kündigungen laufen online über die Depotverwaltung. Alle Sparplanausführungen sind kostenfrei – insofern entspricht die Zahl der kostenlosen ETF-Sparpläne der Zahl der sparplanfähigen ETFs. Bei der Menge bleibt Fidelity ungenau. Die eigene FAQ formuliert, dass für einen Sparplan der Großteil der rund 10.000 Fonds und 1.000 ETFs von über 260 Fondsgesellschaften zur Verfügung steht. Eine belastbare Zahl sparplanfähiger ETFs veröffentlicht der Anbieter nicht; wer es genau wissen will, muss den Fondsfinder nach sparplanfähigen Fonds filtern. Aus der Formulierung lässt sich ein Wert von mindestens 500 ableiten, ein Wert von mindestens 1.000 aber nicht. Die Mindestsparrate von 25 Euro ist der zweite Schwachpunkt. Neobroker und mehrere Direktbanken starten heute bei 1 Euro; wer mit sehr kleinen Raten breit streuen will, kann das bei Fidelity nicht, weil die 25 Euro pro Fonds und nicht pro Sparplanpaket gelten. **Punktevergabe (7/20):** Für die Anzahl der ETF-Sparpläne vergeben wir 3 von 8 Punkten (Stufe ab 500), weil der Anbieter selbst nur von einem Großteil der rund 1.000 ETFs spricht und keine genaue Zahl nennt. Weil alle Sparpläne kostenfrei sind, gilt derselbe Wert für die kostenlosen ETF-Sparpläne: 3 von 7 Punkten. Die Mindestsparrate von 25 Euro ergibt 1 von 5 Punkten.

4 Produktangebot

4/15
Punkte
Fidelity beziffert das Anlageuniversum des FondsdepotPlus mit über 10.000 Investmentfonds und mehr als 1.000 ETFs von über 260 Fondsgesellschaften. Das ist für ein Fondsdepot ein sehr breites Angebot, und der Fondsfinder auf der Website macht es durchsuchbar. Ergänzend lässt sich über das Abwicklungskonto eine Festgeldanlage bei einer kooperierenden Anlagebank abschließen. Strukturell endet das Angebot aber an der Fondsgrenze. Einzelaktien sind nicht handelbar, Einzelanleihen ebenfalls nicht, Derivate wie Optionsscheine, Knock-outs oder Zertifikate gehören nicht zum Angebot, und Kryptowerte können Privatkundinnen und -kunden über das Depot nicht kaufen. Wer Renten- oder Rohstoffquoten abbilden will, kann das ausschließlich über entsprechende Fonds und ETFs tun. Das ist kein Mangel in der Ausführung, sondern die Konstruktion des Produkts – nach unserer Methodik führt es jedoch zu Punktabzügen in zwei von drei Teilkriterien. **Punktevergabe (4/15):** Für mehr als 1.000 handelbare ETFs vergeben wir 4 von 6 Punkten (Stufe ab 1.000). Für handelbare Aktien gibt es 0 von 6 Punkten, da Einzelaktien nicht im Angebot sind. Beim Kriterium Krypto, Derivate und Anleihen vergeben wir 0 von 3 Punkten, weil keine dieser drei Anlageklassen als Einzelwert handelbar ist.

5 Zinsen & Extras

2/8
Punkte
Beim Guthabenzins ist Fidelity ungewöhnlich klar – und ungewöhnlich schlecht: Die Preisübersicht weist die Guthabenverzinsung auf dem Abwicklungskonto ausdrücklich mit 0,00 Prozent pro Jahr aus. Ein Verwahrentgelt wird derzeit nicht erhoben, dafür kosten Überziehungen 6,25 Prozent pro Jahr. Anlegende, die größere Beträge zwischenparken wollen, werden auf das separate Produkt FestgeldPlus verwiesen, das über das Abwicklungskonto abgeschlossen wird. Eine Prämie gibt es, allerdings nur für Depotüberträge: Wer ein bestehendes Depot zur FFB überträgt und die Bestände zwölf Monate hält, erhält eine gestaffelte Prämie – 50 Euro ab 10.000 Euro Übertragssumme, 100 Euro ab 20.000 Euro, bis zu 5.000 Euro ab einer Million Euro. Die Gutschrift erfolgt in Anteilen eines Fidelity-Fonds. ETFs, Indexfonds, Geldmarktfonds sowie Fonds von Union Investment und Deka zählen nicht zur Prämienberechnung, und es gibt nur eine Prämie pro Person. Einen Bonus für eine schlichte Neueröffnung ohne Übertrag haben wir nicht gefunden. **Punktevergabe (2/8):** Für den Guthabenzins vergeben wir 0 von 5 Punkten, weil der Anbieter selbst 0,00 Prozent ausweist. Beim Neukundenbonus vergeben wir 2 von 3 Punkten: Eine Prämie existiert und ist transparent gestaffelt, die Einstiegsstufe liegt aber bei 50 Euro und setzt einen Depotübertrag von 10.000 Euro plus zwölf Monate Haltedauer voraus; die volle Punktzahl ab 100 Euro ist erst ab 20.000 Euro Übertragssumme erreichbar.

6 Benutzerfreundlichkeit

0/8
Punkte
Das Depot wird über die browserbasierte Online-Depotverwaltung unter direct.fidelity.de geführt. Dort lassen sich Orders erteilen, Sparpläne einrichten und ändern, Depotauszüge rückdatiert abrufen und persönliche Daten pflegen. Die Depotübersicht wurde zuletzt überarbeitet und erlaubt eine eigene Auswahl von bis zu sechs Kennzahlen. Auffällig altmodisch ist die Freigabe von Aufträgen: Eröffnungsunterlagen sowie PIN- und iTAN-Bogen kommen getrennt per Post, TAN-Eingaben laufen über diese Liste. Eine eigene Mobile App für Fidelity-Direktkunden bewirbt der Anbieter auf fidelity.de an keiner Stelle – weder in der Navigation noch im Footer noch in den FAQ zur Depotverwaltung; dort wird durchgehend auf das Online-Depot im Browser verwiesen. Im App Store existiert zwar eine App der FIL Fondsbank GmbH, sie setzt aber die FFB-Zugangsdaten voraus, ist auf Bestandsübersicht, Postfach und Stammdaten beschränkt und enthält keine Orderfunktion; eine Android-Entsprechung ließ sich nicht auffinden. Echtzeitkurse gibt es systembedingt nicht. Fonds und ETFs werden bei Fidelity zum Anteilspreis abgerechnet, den die Fondsgesellschaft in der Regel einmal täglich feststellt; maßgeblich ist die Orderschlusszeit, nicht ein Kurs im Moment der Ordererteilung. **Punktevergabe (0/8):** Für die Mobile App vergeben wir 0 von 5 Punkten, weil für Fidelity-Direktkunden auf der Anbieterseite keine App dokumentiert ist und eine Verfügbarkeit auf iOS und Android damit nicht belegbar ist. Für kostenlose Echtzeitkurse gibt es 0 von 3 Punkten, weil das Depot keinen Börsen- oder Echtzeithandel vorsieht.

7 Kundenservice & Sicherheit

4/4
Punkte
Fidelity nennt für Privatanlegende eine feste Servicenummer mit der Vorwahl 06173, erreichbar montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr. Es handelt sich um eine gewöhnliche Festnetznummer, keine kostenpflichtige Sonderrufnummer; ergänzend gibt es E-Mail-Adressen für Aufträge und allgemeine Anfragen sowie einen Rückrufservice. Aufträge können sogar telefonisch erteilt werden, kosten dann allerdings 8 statt 2 Euro. Das Depot liegt bei der FIL Fondsbank GmbH, einem CRR-Kreditinstitut in Kronberg im Taunus. Fondsanteile bleiben als Sondervermögen beziehungsweise als Kundeneigentum vom Vermögen der Bank getrennt und können im Insolvenzfall herausverlangt oder übertragen werden. Guthaben auf dem Abwicklungskonto unterliegen der gesetzlichen Entschädigungseinrichtung deutscher Banken und zusätzlich dem freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Die Abgeltungsteuer wird als deutsche Bank automatisch abgeführt, Freistellungsauftrag und Verlustverrechnung sind im Depot abbildbar. **Punktevergabe (4/4):** Der über eine reguläre Festnetznummer erreichbare deutschsprachige Telefon-Support an Werktagen von 8 bis 18 Uhr ergibt die vollen 4 Punkte.

Vorteile & Nachteile im Überblick

Vorteile

  • Einheitlich 2 Euro pro Online-Order, unabhängig vom Ordervolumen
  • Spar- und Auszahlpläne sind komplett kostenfrei, auch auf ETFs
  • 100 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag bei den meisten Fonds und ETFs
  • Sehr breites Fondsuniversum mit über 10.000 Fonds und mehr als 1.000 ETFs von über 260 Gesellschaften
  • Deutsche Depotbank mit automatischer Abgeltungsteuer, gesetzlicher Einlagensicherung und zusätzlichem Einlagensicherungsfonds

Nachteile

  • Depotführung erst ab 20.000 Euro durchschnittlichem Depotvolumen kostenlos, darunter 25 bis 45 Euro pro Jahr
  • Keine Einzelaktien, keine Einzelanleihen, keine Derivate und kein Krypto-Handel im Depot
  • Guthabenverzinsung auf dem Abwicklungskonto laut Anbieter 0,00 Prozent pro Jahr
  • Mindestsparrate von 25 Euro pro Fonds und Monat, deutlich über den 1 Euro vieler Wettbewerber
  • Keine Mobile App für Direktkunden dokumentiert, Auftragsfreigabe noch über einen per Post zugesandten iTAN-Bogen

Fazit: Fidelity im Test

49/100
Befriedigend (3,5)

Fidelity liefert ein sauber kalkuliertes Fondsdepot mit einer der einfachsten Preislisten am Markt: 2 Euro pro Online-Order, kostenfreie Sparpläne und voller Ausgabeaufschlagsrabatt sind für Fondssparer ein starkes Paket. Nach der Depot-Methodik bleibt der Anbieter mit 49 von 100 Punkten trotzdem im Mittelfeld, weil die Depotführung bei kleinen Beständen kostet, das Verrechnungskonto nicht verzinst wird und Einzelaktien, Anleihen, Derivate und Krypto strukturell fehlen. Das Depot passt zu Anlegenden, die langfristig in Fonds und ETFs sparen wollen – wer selbst Aktien handeln möchte, ist hier falsch.

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