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Coinbase im Test 2026

Wie gut ist Coinbase wirklich?

74/100 Punkte
kosten.org Redaktion
Zuletzt aktualisiert: 2026-09-10
74/100
Punkte

Coinbase ist eine an der Nasdaq notierte US-Krypto-Börse, die ihr EU-Geschäft seit Juni 2025 über die Coinbase Luxembourg S.A. mit MiCAR-Zulassung der luxemburgischen CSSF abwickelt. Wir haben den Anbieter nach unserer Krypto-Methodik geprüft: Handelskosten, Sicherheit und Regulierung, Angebot, Plattform sowie Steuern und Reporting. Eine Bewertung nach der Depot-Methodik wäre hier fehl am Platz, weil Coinbase weder Xetra-Order ausführt noch ETF-Sparpläne anbietet.

Die Highlights unseres Coinbase Tests

  • Coinbase erreicht im Test 74 von 100 Punkten.
  • MiCAR-Zulassung der CSSF Luxemburg vom 20. Juni 2025; die Coinbase Germany GmbH hielt bereits 2021 die erste BaFin-Erlaubnis für das Kryptoverwahrgeschäft überhaupt.
  • Rund 98 Prozent der Kundenbestände liegen laut Anbieter im Cold Storage, ergänzt um Adress-Whitelisting und die Vault-Funktion mit 48-Stunden-Auszahlungsverzögerung.
  • Die Handelsgebühr ist der Schwachpunkt: In der Einstiegsstufe von Coinbase Advanced werden 1,20 Prozent Taker-Gebühr fällig, im einfachen Kaufmodus 1,49 Prozent zuzüglich Spread.

1 Handelskosten

11/30
Punkte
Coinbase betreibt zwei Preismodelle. Im einfachen Kaufmodus fallen rund 1,49 Prozent Gebühr pro Trade plus ein Spread von etwa 0,5 bis 1,0 Prozent an. Auf dem Handelsplatz Coinbase Advanced gilt eine volumenabhängige Staffel, die in der Einstiegsstufe bei 0,60 Prozent Maker und 1,20 Prozent Taker beginnt. Erst ab 10.000 US-Dollar 30-Tage-Volumen sinkt die Taker-Gebühr auf 0,40 Prozent, ab 50.000 US-Dollar auf 0,25 Prozent (Stand 09/2026). Bei Ein- und Auszahlungen ist Coinbase dagegen günstig: SEPA-Überweisungen in Euro sind in beide Richtungen kostenlos. Der Spread wird von Coinbase offengelegt, liegt im einfachen Modus aber über der Marke von 0,5 Prozent, ab der wir die volle Punktzahl vergeben. **Punktevergabe (11/30):** Für die Taker-Gebühr gibt es 0 von 15 Punkten, weil selbst der günstigere Handelsplatz in der Einstiegsstufe mit 1,20 Prozent über der 1,00-Prozent-Schwelle liegt. Der ausgewiesene, aber zu hohe Spread bringt 4 von 8 Punkten. Kostenlose SEPA-Ein- und -Auszahlungen ergeben die vollen 7 Punkte.

2 Sicherheit & Regulierung

28/28
Punkte
Coinbase Luxembourg S.A. hat am 20. Juni 2025 die MiCAR-Zulassung als Crypto-Asset Service Provider von der luxemburgischen CSSF erhalten und bedient damit alle 27 EU-Staaten aus einer Hand. Zuvor hielt die Coinbase Germany GmbH die 2021 erteilte BaFin-Erlaubnis für das Kryptoverwahrgeschäft, die erste ihrer Art in Deutschland. Der Regulierungsstand für den deutschen Markt ist damit eindeutig belegt. Bei der Verwahrung gibt Coinbase an, rund 98 Prozent der Kundenbestände offline im Cold Storage zu halten; die Bestände werden getrennt geführt und als börsennotiertes Unternehmen unterliegt Coinbase geprüften und veröffentlichten Abschlüssen. Eine Versicherung gegen Cyberkriminalität deckt einen Teil der verwahrten Werte ab, nicht aber Verluste durch unbefugten Zugriff auf das eigene Konto. Auf Kontoebene sind Zwei-Faktor-Authentifizierung inklusive Hardware-Schlüssel, Adress-Whitelisting und die Vault-Funktion mit 48-stündiger Auszahlungsverzögerung verfügbar. **Punktevergabe (28/28):** Die MiCAR-Zulassung ergibt die vollen 12 Punkte. Cold Storage, getrennte Verwahrung und veröffentlichte, geprüfte Nachweise bringen 10 von 10 Punkten. Zwei-Faktor-Authentifizierung plus Whitelisting plus Auszahlungssperre ergeben die vollen 6 Punkte.

3 Angebot

16/18
Punkte
Coinbase listet im DACH-Raum über 340 handelbare Kryptowerte und gehört damit zu den breitesten Angeboten am Markt. Wiederkehrende Käufe lassen sich täglich, wöchentlich, zweiwöchentlich oder monatlich ab 10 Euro einrichten und funktionieren in der Web-Oberfläche wie in der App. Staking ist verfügbar, für europäische Privatkunden allerdings auf eine kleinere Auswahl an Coins begrenzt. Die Schwäche liegt bei den Euro-Paaren. Auf Coinbase Advanced existiert nur für einen Bruchteil der gelisteten Werte ein Euro-Orderbuch; Berichte nennen rund 44 Coins mit Euro-Paar gegenüber annähernd 400 handelbaren Basiswerten insgesamt. Wer außerhalb dieser Auswahl kaufen will, muss den Umweg über US-Dollar oder einen Dollar-Stablecoin gehen – mit zusätzlicher Handelsgebühr und zusätzlichem steuerlichen Vorgang. **Punktevergabe (16/18):** Über 340 Kryptowerte ergeben die vollen 8 Punkte. Für die Euro-Paare vergeben wir 3 von 5 Punkten, weil nur die wichtigsten Werte direkt in Euro handelbar sind. Sparplan und Staking zusammen bringen die vollen 5 Punkte.

4 Plattform & Bedienung

12/14
Punkte
Coinbase bietet eine deutschsprachige Weboberfläche sowie Apps für iOS und Android, die in Deutschland vollständig verfügbar sind. Auf Coinbase Advanced stehen Market-, Limit-, Stop-Limit-, Bracket- und Trailing-Stop-Loss-Order zur Verfügung; damit ist die Palette deutlich größer als bei reinen Broker-Modellen. Eine öffentliche Statusseite betreibt Coinbase unter status.coinbase.com samt Wartungsankündigungen und Störungshistorie. In dieser Historie sind wiederholt einzelne Vorfälle dokumentiert, unter anderem bei Ein- und Auszahlungsnetzwerken. Einen dauerhaft störungsfreien Betrieb können wir daraus nicht ableiten. **Punktevergabe (12/14):** Deutschsprachige Oberfläche plus Apps für beide Systeme ergeben die vollen 6 Punkte. Die breite Orderpalette bringt die vollen 4 Punkte. Für die Verfügbarkeit vergeben wir 2 von 4 Punkten: Statusseite vorhanden, aber mit dokumentierten Einzelstörungen.

5 Steuern & Reporting

7/10
Punkte
Einen fertigen, auf die deutsche Steuererklärung zugeschnittenen Steuerreport stellt Coinbase nicht bereit. Nutzer erzeugen unter Einstellungen und Berichte eine Transaktionshistorie und übergeben diese an Steuertools; Coinbase dokumentiert diesen Weg und arbeitet mit Steuersoftware-Anbietern zusammen. Seit dem 1. Januar 2026 meldet Coinbase Transaktionsdaten zudem im automatischen Informationsaustausch an die Finanzverwaltung. Beim Datenexport ist Coinbase gut aufgestellt: Die vollständige Transaktionshistorie lässt sich als CSV herunterladen, zusätzlich existiert eine dokumentierte API, über die Steuertools die Daten automatisiert abholen. **Punktevergabe (7/10):** Für den Steuerreport gibt es 3 von 6 Punkten, weil Coinbase kein eigenes fertiges Dokument liefert, sondern nur die Anbindung an Steuertools. CSV-Export und API zusammen ergeben die vollen 4 Punkte.

Vorteile & Nachteile im Überblick

Vorteile

  • MiCAR-Zulassung der CSSF Luxemburg, zusätzlich historische BaFin-Erlaubnis für das Kryptoverwahrgeschäft
  • Sehr hohes Sicherheitsniveau mit rund 98 Prozent Cold Storage, Adress-Whitelisting und Vault-Funktion
  • Über 340 handelbare Kryptowerte und hohe Liquidität
  • SEPA-Ein- und -Auszahlungen in Euro kostenlos
  • Deutschsprachige Oberfläche, Apps für iOS und Android, wiederkehrende Käufe ab 10 Euro

Nachteile

  • Teuerster Anbieter im Testfeld: 1,20 Prozent Taker-Gebühr in der Einstiegsstufe, 1,49 Prozent plus Spread im einfachen Kaufmodus
  • Nur für einen kleinen Teil der gelisteten Coins existiert ein Euro-Orderbuch, sonst Umweg über Dollar-Stablecoins
  • Kein fertiger Steuerreport für die deutsche Steuererklärung
  • Krypto-Guthaben unterliegt keiner Einlagensicherung
  • Statusseite dokumentiert wiederholt Einzelstörungen

Fazit: Coinbase im Test

74/100
Gut (2,3)

Coinbase kommt auf 74 von 100 Punkten und liegt damit im oberen Mittelfeld. Regulierung, Verwahrung und Angebotsbreite sind erstklassig, die Handelskosten sind es nicht – wer regelmäßig kauft, zahlt hier deutlich mehr als bei den europäischen Wettbewerbern. Der Anbieter passt für Anleger, denen Aufsicht und Sicherheitsarchitektur wichtiger sind als die Gebühr, nicht für kostensensible Vielhandler.

Wie sind deine Erfahrungen mit Coinbase? Lass gerne andere Leser an deiner Erfahrung teilhaben.

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